# In Runden stricken für Anfänger: So schließt du zur Runde, ohne die Maschen zu verdrehen

Wenn du jemals Maschen für eine Mütze, einen Loop-Schal oder einen Top-Down-Pullover angeschlagen hast und am Ende eine mysteriöse Spirale durch deine Arbeit lief statt sauberer, gerader Runden, kennst du bereits die größte Hürde beim Stricken in Runden: das Schließen zur Runde. Genau diese allererste Masche, falsch gearbeitet, verdreht unbemerkt deinen gesamten Maschenanschlag – und sobald einige Zentimeter darüber gestrickt sind, lässt sich der Fehler nur noch durch komplettes Auftrennen beheben.

Die gute Nachricht ist, dass das Vermeiden einer verdrehten Runde auf einer einzigen sorgfältigen Prüfung beruht, bevor du die erste Masche strickst. Sobald du weißt, worauf zu achten ist, verliert das Anschlagen in Runden seinen Schrecken und wird zu einem ganz normalen Schritt im Strickprozess.

Warum sich das Stricken in Runden anders anfühlt

Beim Stricken in Reihen arbeitest du hin und her: Du strickst rechte (oder linke) Maschen über eine Reihe, wendest die Arbeit und strickst auf der Rückseite zurück. Bei jeder zweiten Reihe blickst du auf die Rückseite deines Gestracks.

Das Stricken in Runden hebt das Wenden komplett auf. Deine Maschen sitzen auf einer Rundstricknadel oder einem Nadelspiel in einer geschlossenen Schleife. Statt am Reihenende zu wenden, strickst du einfach immer weiter in dieselbe Richtung im Kreis. Da du die Arbeit nie wendest, blickst du durchgehend auf die Vorderseite des Gestracks.

Dieses Detail erklärt eine der nützlichsten Eigenschaften des Rundstrickens: Wenn du jede Runde nur rechte Maschen strickst, erhältst du automatisch Glatt-rechts-Muster – das glatte Gestrick mit den typischen V-Formen, für das man in Reihenarbeit abwechselnd Hinreihen rechts und Rückreihen links stricken müsste. In Runden ist keine linke Rückreihe erforderlich, weil es schlichtweg keine Rückreihe gibt. Linke Maschen benötigst du in Runden nur dann, wenn das Muster gezielt Struktur erfordert, wie bei Bündchen- oder Perlmustern.

Der Preis für diese Effizienz ist, dass die allererste Runde korrekt vorbereitet sein muss. Andernfalls wird die Maschenspirale auf deiner Nadel dauerhaft verdreht eingearbeitet.

Was du benötigst

  • Eine Rundstricknadel in der Länge und Nadelstärke laut Anleitung oder ein Nadelspiel
  • Einen Maschenmarkierer (ein kleiner Ring ist am einfachsten, ein Stück Kontrastgarn funktioniert aber auch)
  • Deine Arbeitswolle und eine Vernähnadel für den Anfangsfaden

Wenn du eine Rundstricknadel verwendest, achte darauf, dass das Seil kurz genug ist, sodass deine Anschlagsmaschen bequem von einer Nadelspitze zur anderen reichen, ohne überspannt zu werden. Ist das Seil zu lang für die Maschenanzahl, liegen die Maschen nicht nah genug beieinander, um sauber geschlossen zu werden, und du kämpfst mehr mit der Nadel als mit der Technik.

Schritt für Schritt: Anschlagen und zur Runde schließen

1. Schlage deine Maschen an

Schlage die in der Anleitung angegebene Maschenzahl mit deiner bevorzugten Methode an (der Kreuzanschlag ist für Einsteiger eine sehr gute Wahl). Schlage direkt auf die Rundstricknadel anzustricken an. Wenn du ein Nadelspiel verwendest, schlage zuerst alle Maschen auf eine einzelne Nadel an – das Aufteilen folgt im nächsten Schritt.

2. Richte die Maschen aus, sodass nichts verdreht ist

Das ist der entscheidende Schritt, lass dir hierfür Zeit. Lege deine Nadel flach auf einen Tisch oder auf deinen Schoß und betrachte die Maschenkante entlang des unteren Randes, wo die Maschen um die Nadel verlaufen. Jede Masche sollte mit ihrer „Kante“ – der unteren Schlaufe – nach unten zeigen. Keine der Maschen darf nach oben über die Nadel geklappt sein.

Fahre mit dem Finger von einem Ende zum anderen an der Anschlagskante entlang. Sie sollte wie ein glattes, flaches Band aussehen, das über die gesamte Länge in eine Richtung zeigt, ohne Verdrehung oder Falte. Bei einem Nadelspiel erfordert diese Prüfung etwas mehr Aufmerksamkeit, da die Maschen auf mehrere Nadeln verteilt sind.

3. Teile die Maschen auf (bei Nadelspielen)

Verteile deine Anschlagsmaschen gleichmäßig auf drei oder vier Nadeln des Nadelspiels und ordne sie als Dreieck oder Quadrat an. Bevor du fortfährst, überprüfe die Anschlagskante an den Übergängen zwischen den Nadeln erneut – genau an diesen Ecken entsteht besonders leicht eine unbemerkte Verdrehung. Der gesamte Ring muss innen wie außen flach liegen, wobei die Unterkante überall nach unten zeigt.

4. Setze einen Maschenmarkierer

Schiebe einen Maschenmarkierer auf die Nadel (oder halte ihn bei einem Nadelspiel nahe deiner ersten Masche), sodass er direkt vor deiner ersten Anschlagsmasche sitzt. Dieser Markierer steht ab jetzt zu Beginn jeder Runde. So erkennst du auf einen Blick, wo eine Runde endet und die nächste beginnt – äußerst hilfreich nach einigen Runden bei Zunahmen, Abnahmen oder Musterwiederholungen.

5. Schließe zur Runde, indem du die erste Masche strickst

Nimm den Arbeitsfaden auf und stricke in die allererste Masche ein, die du angeschlagen hast. Ziehe den Faden leicht an, damit sich die Lücke schließt, ohne ein Loch zu hinterlassen. Dieser erste Nadelstich schließt die Schleife und verbindet deine letzte Anschlagsmasche mit der ersten zu einer fortlaufenden Runde.

Stricke diese erste Masche etwas fester als den Rest – dieser Verbindungspunkt ist von Natur aus etwas lockerer, und eine etwas strammere Masche erspart dir später eine unschöne Lücke. Ein winziger Spalt ist in diesem Stadium normal und legt sich meist, sobald einige Runden gestrickt sind und der Anfangsfaden vernäht wird.

6. Stricke die erste komplette Runde

Stricke weiter rundherum und hebe den Markierer einfach von der linken auf die rechte Nadel, wenn du ihn erreichst. Wenn du wieder am Markierer ankommst, hast du eine volle Runde absolviert. Überprüfe deine Arbeit hier ein letztes Mal: Das Gestrick sollte einen sauberen, geschlossenen Schlauch oder Kreis bilden, ohne dass eine diagonale Maschenlinie an der Seite hochläuft.

Woran du erkennst, dass der Anschlag verdreht ist

Eine verdrehte Runde zeigt sich meist sehr schnell. Es lohnt sich, dies innerhalb der ersten ein bis zwei Runden zu bemerken statt nach einigen Zentimetern. Achte auf folgende Anzeichen:

  • Eine sichtbare Spirale: Statt als flacher, gleichmäßiger Ring windet sich die Anschlagskante korkenzieherartig um die Nadel und kreuzt sich an einer Stelle selbst.
  • Maschen, die nicht flach liegen: Wenn du die Nadel hinlegst, klappt oder faltet sich ein Teil des Maschenrings, anstatt in einer Ebene zu ruhen.
  • Ein geschlossener Ring, der nicht flach liegt: Ein verdreht geschlossener Ring lässt sich nicht flach als Kreis auf den Tisch legen – er möchte sich stattdessen in eine Acht oder ein Möbiusband eindrehen.

Wenn du dies nach dem Schließen bemerkst, ist die Lösung einfach: Löse die Verbindung (stricke die erste Masche wieder zurück), entwirre den Maschenring zurück in einen flachen Kreis, prüfe erneut auf der Tischfläche und schließe die Runde neu. Das kostet dich eine Minute statt eines ganzen Projekts.

Bemerkt man es erst nach mehreren Runden, ist es meist am besten, bis zur Anschlagskante aufzuriffeln und neu zu beginnen. Eine im Gestrick verarbeitete Verdrehung lässt sich weder durch Dämpfen/Spannen noch durch andere Tricks beheben – sie muss korrekt gestrickt werden.

Eine anfängerfreundliche Alternative: Erst nach einigen Reihen zur Runde schließen

Wenn sich das Prüfen auf Verdrehungen bei einem wackligen Maschenring stressig anfühlt, gibt es eine entspanntere Option. Schlage die Maschen wie gewohnt an und stricke die ersten paar Reihen flach hin und her, anstatt sofort zur Runde zu schließen. Mit einem kleinen Stück echtem Gestrick in der Hand lässt sich viel leichter erkennen, ob alles richtig ausgerichtet ist. Sobald du sicher bist, dass die Kante gerade und unverdreht ist, schließt du die Arbeit zur Runde und strickst von da an kreisförmig weiter. Das kleine offene Stück zu Beginn nähst du später einfach mit dem Anfangsfaden zu.

Fazit

Das Stricken in Runden belohnt etwas Geduld zu Beginn. Schlage an, lege deine Maschen flach hin, fahre mit dem Auge (und dem Finger) an der gesamten Kante entlang, um zu prüfen, dass alle Maschen in dieselbe Richtung zeigen, setze deinen Markierer und stricke erst dann die erste Masche fest ab. Sobald dieser eine Schritt sitzt, gelingt alles Weitere – Mützen, Loops, Ärmel oder nahtlose Pulloverpassen – genauso reibungslos wie das Gestrick selbst.

Quellen