# Knopflöcher stricken: Methoden für ein sauberes, stabiles Ergebnis

Es gibt eine ganz spezielle Enttäuschung: Sie stellen eine Strickjacke fertig, vernähen den letzten Faden und stellen dann fest, dass die Knopflöcher ausgeleiert, schief oder nach dem ersten Tragen völlig verformt sind. Die gute Nachricht ist, dass Knopflöcher gar nicht schwer sind, sobald Sie verstehen, was in den Maschen passiert – und sobald Sie wissen, welche Methode zu welcher Knopfgröße passt. Diese Anleitung stellt Ihnen drei bewährte Techniken vor, zeigt Ihnen, wie Sie die Abstände vor dem Stricken berechnen und wie die Löcher dauerhaft stabil bleiben.

Platzierung der Knopflöcher vorausschauend planen

Der größte Faktor für eine professionell aussehende Knopfleiste ist nicht die Knopflochtechnik selbst – es ist der Abstand. Unregelmäßige Abstände zwischen den Knopflöchern gehören zu den auffälligsten Makeln an einem ansonsten wunderschönen Kleidungsstück. Es lohnt sich also, ein wenig zu rechnen, bevor Sie das erste Knopfloch stricken.

Bestimmen Sie zuerst, wo Ihr oberster und Ihr unterster Knopf sitzen sollen. Das oberste Knopfloch liegt meist in angenehmem Abstand unterhalb des Ausschnitts (damit nichts klafft), und das unterste sitzt so weit über dem Saum, dass der Rand nicht aufspringt. Markieren Sie diese beiden Reihen.

Danach:

  1. Zählen Sie die Reihen zwischen der oberen und unteren Markierung. Nennen wir diese Zahl A.
  2. Legen Sie fest, wie viele Knöpfe dazwischen liegen sollen. Nennen wir diese Zahl B.
  3. Bedenken Sie, dass B Knöpfe genau B + 1 Zwischenräume erzeugen (inklusive der Räume über dem ersten und unter dem letzten Knopf).
  4. Subtrahieren Sie B von A und teilen Sie das Ergebnis durch (B + 1), um die Anzahl der Reihen zwischen jedem Knopfloch zu ermitteln.

Beispiel: Haben Sie 65 Reihen zwischen der oberen und unteren Markierung und 5 Knöpfe dazwischen einzuteilen, lautet die Rechnung 65 − 5 = 60, und 60 ÷ 6 = 10 Reihen Abstand zwischen jedem Knopfloch. Geht die Division nicht genau auf, verteilen Sie die verbleibenden ein oder zwei Reihen auf die äußeren Abstände, anstatt sie in der Mitte zu bündeln, wo Unregelmäßigkeiten schneller auffallen.

Praktische Hinweise: Planen Sie Knopflochabstände immer direkt an der Knopfleiste und nicht am Rumpf des Pullovers, da Leisten häufig mit einer anderen Reihenmaschenprobe gestrickt werden. Und selbst wenn Ihre Anleitung feste Angaben zur Platzierung macht, lohnt sich das Nachmessen an Ihrer tatsächlichen Reihenzahl.

Methode 1: Das Loch-Knopfloch (Umschlag + 2 Maschen rechts zusammengestrickt)

Dies ist das einfachste Knopfloch im Fundus und die beste Wahl für kleine, leichte Knöpfe – ideal für Babybekleidung, kleine Perlmuttknöpfe oder alles unter etwa 1,2 cm Durchmesser.

So wird es gestrickt:

  1. Stricken Sie bis zu der Stelle in der Reihe, an der das Knopfloch sitzen soll.
  2. Legen Sie den Faden um die Nadel (Umschlag), um eine Öffnung zu erzeugen.
  3. Stricken Sie die folgenden zwei Maschen rechts zusammen (2 Maschen re zus).
  4. Stricken Sie den Rest der Reihe wie gewohnt zu Ende.

Das ist schon alles – eine Reihe, zwei Maschen beteiligt, fertig. Der Umschlag fügt eine Masche hinzu und das Zusammenstricken entfernt eine, sodass Ihre Gesamtmaschenzahl exakt gleich bleibt.

Da die entstehende Öffnung eher ein kleines rundes Loch als ein waagerechter Schlitz ist, passt sie hervorragend zu feinerem Gestrick und filigranen Knöpfen. Wenn Ihnen selbst diese Öffnung für einen sehr kleinen Knopf noch zu groß ist, können Sie den Umschlag weglassen und in der Rückreihe stattdessen den Querfaden zwischen den Maschen verschränkt herausstricken.

Methode 2: Das einreihige Knopfloch (One-Row Buttonhole)

Wenn Sie eine größere, stabilere Öffnung für Standard- oder Mantelknöpfe benötigen, ist das einreihige Knopfloch die klassische Wahl. Es erzeugt einen sauberen waagerechten Schlitz mit verstärkten Ecken – und wird komplett in einer einzigen Reihe gearbeitet, ohne das Gestrick zwischendurch zu drehen.

So wird es gestrickt (hier für ein Knopfloch über 4 Maschen; passen Sie die Anzahl für kleiner beziehungsweise größere Knöpfe an):

  1. Stricken Sie bis zum Beginn des Knopflochs und legen Sie den Faden nach vorne (wie zum Linksstricken).
  2. Heben Sie die nächste Masche wie zum Linksstricken ab und legen Sie den Faden wieder nach hinten.
  3. Heben Sie eine weitere Masche wie zum Linksstricken ab und ziehen Sie die erste abgehobene Masche über die zweite und von der Nadel – damit ist 1 Masche abgekettet.
  4. Heben Sie noch eine Masche ab und ziehen Sie die vorherige darüber. Wiederholen Sie dies, bis die gewünschte Maschenzahl abgekettet ist (für ein 4-Maschen-Knopfloch ketten Sie so 4 Maschen ab).
  5. Schieben Sie die letzte Masche von der rechten Nadel zurück auf die linke Nadel.
  6. Drehen Sie die Arbeit, sodass die Rückseite zu Ihnen zeigt. Schlagen Sie mit dem gestrickten Maschenanschlag (Cable Cast-On) eine Masche mehr an, als Sie abgekettet haben – bei 4 abgeketteten Maschen schlagen Sie also 5 Maschen neu an. Diese Zusatzmasche schließt die Ecke sauber.
  7. Drehen Sie Ihre Arbeit wieder zurück auf die Vorderseite.
  8. Heben Sie die erste Masche der linken Nadel wie zum Linksstricken ab und ziehen Sie die letzte neu angeschlagene Masche darüber und von der Nadel. Das sichert die Ecke und verhindert unschöne Lücken.
  9. Stricken Sie die Reihe ganz normal zu Ende.

Das Ergebnis ist ein festes, rechteckiges Knopfloch mit ordentlichen Ecken auf beiden Seiten – ideal für Jackenknöpfe, Holz-Knebelknöpfe oder alles, was regelmäßig beansprucht wird.

Wahl der Methode nach Knopfgröße

Als Orientierung gilt:

  • Knöpfe unter 1,2 cm (kleine Perlmutt-, Druck- oder Babyknöpfe): Umschlag-Knopfloch (Umschlag + 2 Maschen re zus).
  • Knöpfe von 1,2 bis 2 cm (Standardknöpfe für Strickerjacken): Einreihiges Knopfloch über 2 bis 3 Maschen – testen Sie die Passform vorab an einer Maschenprobe.
  • Knöpfe ab 2 cm (Mantelknöpfe, Knebelknöpfe, große Holzknöpfe): Einreihiges Knopfloch über 4 oder mehr Maschen, abgestimmt auf den Knopfsumfang.

Stricken Sie vor dem Hauptstück eine kleine Maschenprobe mit Ihrem Knopfloch und testen Sie den Knopf direkt aus. Das Knopfloch sollte zu Beginn etwas stramm sitzen – Bündchen dehnen sich beim Tragen nach, und eine Öffnung, die auf den Nadeln perfekt wirkt, wird mit der Zeit etwas lockerer.

Knopflöcher verstärken für lange Haltbarkeit

Selbst ein perfekt gestricktes Knopfloch kann nach monatlichem Knöpfen an Form verlieren, besonders bei glatt rechts gestrickten Leisten oder feinem Garn. Eine kleine Verstärkung beim Ausarbeiten wirkt Wunder:

  • Umnähen Sie die Kanten. Arbeiten Sie mit einem passenden Faden (oder Nähseide bei dickem Garn) kleine Schlingstiche um die Kante des Knopflochs, sobald das Stück gespannt/geblockt ist. Das stabilisiert die Randmaschen.
  • Wählen Sie ein festes Muster für die Knopfleiste. Krauss rechts, Perlmuster oder 1x1-Rippen dehen sich von Natur aus weniger aus als Glatt rechts.
  • Spannen Sie das Strickstück vor der Passformprüfung. Knopflöcher wirken direkt von der Nadel oft enger als nach dem Waschen und Spannen.
  • Nachträgliches Verengen. Ist ein Knopfloch mit der Zeit doch zu groß geworden, können Sie es an den Seiten mit wenigen Stichen eines passenden Fadens unauffällig verkleinern.

Mit durchdachten Abständen, der passenden Methode und einer sauberen Verstärkung sehen Ihre Knopflöcher rundum professionell aus und halten über Jahre hinweg der Nutzung stand.

Quellen