# Fallen gelassene Masche beim Stricken reparieren
Einmal tief durchatmen! Eine fallen gelassene Masche sieht im ersten Moment alarmierend aus – eine lose Schlaufe mitten im Gestrick oder, noch schlimmer, eine Reihe von „Leitersprossen“, die sich über mehrere Reihen nach unten zieht. Aber es ist einer der am leichtesten korrigierbaren Fehler beim Stricken. Sie müssen Ihre Arbeit nicht wieder auftrennen. Mit einer Häkelnadel, etwas Geduld und den folgenden Schritten haben Sie den Fehler in wenigen Minuten behoben und können weiterstricken, als wäre nichts gewesen.
Diese Anleitung erklärt, was eine fallen gelassene Masche genau ist, wie Sie eine solche rechtzeitig auffangen, wie Sie sie in glatt-rechtem Gestrick wieder hochhäkeln, was bei Rippenmustern oder linken Maschen zu tun ist und wie ein Rettungsfaden (Lifeline) zukünftige Missgeschicke stressfrei macht.
Was eine fallen gelassene Masche wirklich ist
Eine Masche fällt herunter, wenn eine Schlaufe von der Nadel rutscht, ohne gestrickt zu werden, und in den folgenden Reihen darüber einfach weitergestrickt wird. Sobald diese Schlaufe nicht mehr gesichert ist, zieht die Spannung im Gestrick sie nach unten. Die Masche kann „laufen“ – genau wie eine Laufmasche bei einer Feinstrumpfhose trennt sie sich Masche für Masche nach unten auf. Jede Reihe, durch die sie fällt, hinterlässt einen waagerechten Fadenstrang, der wie die Sprosse einer Leiter über der Schlaufe liegt. Diese „Leitersprossen“ sind Ihr Rettungsweg: Jede Sprosse steht für eine Reihe, die Sie der Reihe nach wieder aufbauen können.
Die gute Nachricht ist, dass bei einer fallen gelassenen Masche weder Garn noch Maschen verloren gehen. Es fehlt nichts – die Masche hat sich lediglich ausgehängt und ist nach unten gerutscht. Ihre Aufgabe ist es nur, sie wieder durch jede einzelne Reihe nach oben zu führen und sicher auf der Nadel zu platzieren.
Eine fallen gelassene Masche frühzeitig auffangen
Am einfachsten lässt sich eine Masche reparieren, wenn Sie sie noch in derselben Reihe bemerken. Wenn Sie feststellen, dass mitten in der Reihe eine Schlaufe von der Nadel gerutscht ist, stricken Sie nicht einfach weiter in der Hoffnung, dass sich das Problem von alleine löst – das wird es nicht, und jede weitere Reihe bedeutet mehr Arbeit beim Hochhäkeln.
Ein paar Gewohnheiten erleichtern das frühe Erkennen enorm: Zählen Sie Ihre Maschen am Ende jeder Reihe (besonders bei glatt rechts, wo eine gefallene Masche leicht übersehen wird), prüfen Sie Ihr Gestrick regelmäßig bei gutem Licht und halten Sie sofort inne, sobald sich eine Masche locker anfühlt oder merkwürdig zieht – das ist oft das erste Anzeichen für eine Laufmasche.
Wenn Sie den Fehler noch in derselben Reihe bemerken, können Sie die Schlaufe meist direkt mit der rechten Nadel oder einer Häkelnadel auffangen und auf die Nadel zurückheben, ohne hochhäkeln zu müssen. Die folgende Anleitung richtet sich an Maschen, die bereits eine oder mehrere Reihen tiefer gerutscht sind.
Fallen gelassene Masche in Glatt-rechts reparieren
Glatt-rechts-Gestrick lässt sich am einfachsten reparieren, da jede Masche auf der Vorderseite ein einfaches „V“ bildet und die waagerechten Fäden klar dazwischen liegen. So bauen Sie die Masche wieder auf:
Was Sie benötigen
Eine Häkelnadel in etwa derselben Stärke wie Ihre Stricknadeln. Eine etwas kleinere Häkelnadel ist kein Problem; eine deutlich größere Nadel würde die reparierten Maschen jedoch dehnen und eine unschöne lose Stelle hinterlassen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Finden Sie die gefallene Schlaufe. Sie sieht aus wie eine lose Garnschlaufe unterhalb der Arbeitsnadeln, über der sich ein oder mehrere waagerechte Fäden („Leitersprossen“) befinden.
- Führen Sie die Häkelnadel von vorne nach hinten durch die Schlaufe, sodass die Hakenöffnung nach oben zur untersten Leitersprosse zeigt.
- Holen Sie die unterste Leitersprosse mit dem Haken und ziehen Sie sie von hinten nach vorne durch die Schlaufe auf Ihrer Häkelnadel. Damit haben Sie eine Reihe wieder aufgebaut – die neu durchgezogene Schlaufe liegt nun als aktuelle Masche auf der Häkelnadel.
- Wiederholen Sie diesen Vorgang für jede darüber liegende Sprosse, Schritt für Schritt von unten nach oben. Widerstehen Sie dem Impuls, Sprossen zu überspringen; jede Leitersprosse muss nacheinander gefasst werden.
- Sobald Sie die oberste Sprosse durchgezogen haben, heben Sie die entstandene Masche so auf die linke Stricknadel, dass das vordere Maschenbein vorne liegt (nicht verdreht).
- Prüfen Sie die Spannung. Eine frisch hochgehäkelte Masche wirkt manchmal etwas lockerer als ihre Nachbarn. Ziehen Sie das Gestrick vorsichtig in verschiedene Richtungen, um das Garn zu verteilen – spätestens beim Waschen oder Spannen gleicht sich das Maschenbild vollständig an.
Das ist schon die ganze Reparatur! Beim ersten Mal fühlt es sich vielleicht noch etwas knifflig an, aber nach zwei Sprossen haben Ihre Hände den Rhythmus verinnerlicht.
Fallen gelassene Maschen bei linken Maschen oder Rippenmustern reparieren
Eine fallen gelassene Masche in einer linken Reihe oder in einem Rippenmuster (wo rechte und linke Maschen abwechseln) verunsichert viele, weil die Fäden und Maschenbeine in die entgegengesetzte Richtung zeigen. Dadurch ist schwerer zu erkennen, von welcher Seite die Häkelnadel eingestochen werden muss.
Die linke Masche als rechte Masche reparieren
Der einfachste Trick für eine gefallene linke Masche besteht darin, sie gar nicht als linke Masche zu häkeln: Drehen Sie Ihr Strickstück einfach um, sodass Sie auf die rechte Seite dieser Maschenspalte blicken. Häkeln Sie die Masche nun genau wie oben beschrieben von der Vorderseite hoch. Eine linke Masche ist von der Rückseite betrachtet nichts anderes als eine rechte Masche. Wenn Sie das Gestrick danach wieder zurückdrehen, fügt sich die Masche auf der Vorderseite perfekt als linke Masche ein.
Rippenmuster Spalte für Spalte reparieren
Im Rippenmuster (1x1 oder 2x2) verläuft eine Laufmasche oft über rechte und linke Maschenspalten. Gehen Sie spaltenweise vor: Identifizieren Sie, welche Maschen der Laufmasche zu einer rechten und welche zu einer linken Spalte gehören. Häkeln Sie die rechten Spalten von der Vorderseite hoch. Für die linken Spalten drehen Sie die Arbeit auf die Rückseite und häkeln sie dort ebenfalls als rechte Masche hoch. Setzen Sie jede reparierte Masche korrekt orientiert auf die Nadel, bevor Sie zur nächsten Spalte übergehen.
Katastrophen verhindern mit einem Rettungsfaden (Lifeline)
Selbst eine schnell entdeckte Laufmasche erfordert etwas Zeit. Wenn eine Masche unbemerkt über viele Reihen hinunterrutscht, kann das Wiederhochholen aufwendig werden. Ein Rettungsfaden schützt Sie zuverlässig davor.
Ein Rettungsfaden ist ein glatter Faden aus Garnresten, Häkelgarn oder unwachsierter Zahnseide, der mit einer stumpfen Wollnadel durch eine komplette Reihe offener Maschen gezogen wird. Die Enden hängen links und rechts aus dem Gestrick heraus, während Sie normal darüber weiterstricken. Wählen Sie eine Kontrastfarbe, damit der Faden gut sichtbar ist, und ein dünneres Garn, das Ihre Maschenprobe nicht verzieht.
Setzen Sie einen Rettungsfaden ein, bevor Sie ein neues oder komplexes Muster beginnen, vor Reihen mit vielen Zunahmen oder Abnahmen, vor einem Farbwechsel oder alle 10 bis 20 Reihen bei Loch- oder Zopfmustern.
Wenn oberhalb des Rettungsfadens etwas schiefgeht – etwa eine zu weit gelaufene Masche oder ein Fehler im Muster –, können Sie Ihr Gestrick ohne Angst bis genau zu diesem Faden auftrennen. Der Rettungsfaden hält jede einzelne Masche dieser Reihe sicher fest. Sie müssen die Maschen nur wieder auf die Nadel nehmen, nachzählen und können sofort weiterstricken.
Wann Komplett-Auftrennen sinnvoll ist
Das Hochhäkeln funktioniert wunderbar bei einzelnen gefallenen Maschen, selbst über mehrere Reihen hinweg. Wenn die Laufmasche jedoch durch komplizierte Musterwiederholungen, Zopfkreuzungen oder aufwendige Formgebungen gerutscht ist, wird das Hochhäkeln schnell unübersichtlich. In diesem Fall ist es oft schneller, bis zum Rettungsfaden aufzutrennen oder Reihe für Reihe rückwärts zu stricken (Zurückstricken / „Räppeln“). Schämen Sie sich nicht dafür – das Auftrennen gehört beim Stricken ganz normal dazu.
Fazit
Eine fallen gelassene Masche fühlt sich im ersten Moment wie ein Notfall an, ist aber im Grunde nur ein kleines, lösbares Rätsel: Schlaufe sichern, die Leitersprossen der Reihe nach hochholen, Masche richtig aufsetzen und weiterstricken. Fangen Sie Laufmaschen frühzeitig ab, nutzen Sie den Wende-Trick bei linken Maschen und ziehen Sie vor schwierigen Passagen einen Rettungsfaden ein. So wird die gefallene Masche zu einer ganz normalen, kurzen Pause beim Stricken.
